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Nachdenkliches

Leben  Liebe  Geld  Leid  Vergänglichkeit 
Macht  Schuld  Ewigkeit     
Glück  Recht  Vergebung   Zeit  
Reden  Freiheit  Hoffnung     
Schweigen   Glauben Trost     

Leben

 "Ich bin Leben, das leben will,
inmitten von Leben, das leben will." 

Albert Schweitzer (1875-1965)


 

  Könnte ich mein Leben nochmals leben,
dann würde ich das nächste Mal versuchen,
mehr Fehler zu machen.
Ich würde mich entspannen,
lockerer und humorvoller sein als dieses Mal.

Ich kenne nur sehr wenige Dinge,
die ich ernst nehmen würde.
Ich würde mehr verreisen.
Und ein bißchen verrückter sein.
Ich würde mehr Berge erklimmen,
mehr Flüsse durchschwimmen
und mir mehr Sonnenuntergänge anschauen.
Ich würde mehr spazierengehen
und mir alles besser ansehen.
Ich würde öfter ein Eis essen und weniger Bohnen.
Ich hätte mehr echte Schwierigkeiten
und weniger eingebildete.

Müsste ich es noch einmal machen,
ich würde einfach versuchen,
immer nur einen Augenblick nach dem anderen zu leben,
anstatt jeden Tag schon viele Jahre im voraus.

Ich gehörte immer zu denen,
die nie ohne Thermometer, Wärmflasche, Gurgelwasser,
Regenmantel und Aspirin aus dem Haus gingen.
Könnte ich noch einmal von vorne anfangen,
würde ich viel herumkommen,
viele Dinge tun und mit wenig Gepäck reisen.

Könnte ich mein Leben nochmals leben,
würde ich im Frühjahr früher
und im Herbst länger barfuß gehen.
Und ich würde öfter die Schule schwänzen.
Ich würde mir nicht so hohe Stellungen erarbeiten,
es sei denn, ich käme zufällig daran.
Auf dem Rummelplatz würde ich viel mehr Fahrten machen,
und ich würde mehr Gänseblümchen pflücken.
... 

Jorge Luis Borges (1899 - 1987)  zugeschrieben

 

 Jesus Christus spricht:

Ich lebe,
und Ihr
sollt auch leben. 

Joh. 14,19>


 Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.
Sobald man aufhört, treibt man zurück.

Benjamin Britten (1913 - 1976)

Erfahrungen kann man nicht weitergeben;
Erfahrungen muss man machen.

mein alter Physiklehrer

 

Liebe

Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupery (1900-1944)

  So bleiben Glaube, Hoffnung. Liebe,
diese drei,
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1.Kor. 13, 13

 "Ich habe Dich geliebet und ich will Dich lieben,
solang du goldner Engel bist ;
in diesem wüsten Lande hier und drüben
im Lande, wo es besser ist ...

Ich danke Dir, mein Wohl, mein Glück in diesem Leben.
Ich war wohl klug, dass ich Dich fand;
doch fand ich nicht. Gott hat Dich mir gegeben.
So segnet keine andere Hand."

Mathias Claudius (1740 - 1815)
an seine Frau Rebecca
zur silbernen Hochzeit am 17. März 1797

Jesu Liebe

„Das biblische Wort ist nur dort wirksam als Wort Gottes angekommen, wo Menschen geistig in Bewegung geraten und ihr Leben konsequent neu ausrichten, wo sie die Welt völlig neu wahrnehmen und beginnen, in ihr Widerstand gegen Egoismus, Dummheit, Ungerechtigkeit, Lüge und Heuchelei zu leisten, wo sie regelmäßig Tränen über das Leid ihrer Menschengeschwister vergießen und tiefe Freude empfinden über das einzige wirkliche Wunder, das es in dieser Welt gibt: Liebe, und zwar Liebe im Sinne Jesu, Liebe als die seltene Ausnahme von der Regel. Jesu Liebe ist weit davon entfernt, harmoniebedürftig zu sein und alles schön zu reden oder schön zu schweigen. Jesu Liebe ist parteiisch. Sie heult nicht mit den Wölfen und hängt ihr Fähnchen nicht in den Wind. Jesu Liebe stellt das Wohl des einzelnen leidenden Menschen über jede Ideologie, auch und vor allem über jede sich fromm gebärdende Ideologie. Jesu Liebe riskiert es, von der Welt bekämpft zu werden. Jesu Liebe lässt sich, wenn nötig, kreuzigen.“

Pfarrer Christian Reich am 31. Juli 2011 in der Evangelischen Felsen-Kirchengemeinde Berlin-Reinickendorf
 

 

Glück

Glück ist:
Ein Dach über dem Kopf,
ein Teller Suppe
und keine Zahnschmerzen.

unbekannt

 Ein Mann will ein Bild aufhängen.
Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer.
Der Nachbar hat einen.
Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen.
Doch da kommt ihm ein Zweifel:
Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will?
Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig.
Vielleicht war er in Eile.
Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich.
Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein.
Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort.
Und warum er nicht?
Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen?
Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben.
Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen.
Bloß weil er einen Hammer hat.
Jetzt reicht´s mir wirklich. -
Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet,
doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an:
"Behalten Sie Ihren Hammer".

aus Paul Watzlawick (1921 - 2007): "Anleitung zum Unglücklichsein"

Ja, renn' nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr!
Denn alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher!

Bertolt Brecht
1898 - 1956

 

Sei dankbar für das Glück, das dir der Herr bestimmt
Und gib es gern zurück, wenn er es wieder nimmt.
Es ist kein Gut so groß, er hat noch größres eben
Und nimmt dir eines bloß, um andres dir zu geben.

Friedrich Rückert (1788-1763)

Zeit

Wohlstand ist, wenn man mehr Uhren hat als Zeit.

unbekannt

 

Reden

 

Ein gesprochenes Wort holen vier Pferde im Galopp nicht ein.

vermutlich arabischen Ursprungs

 Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.
Was darüber ist, ist vom Übel. 

Matthäus 5,37

 Das 8. Gebot

Du sollst nicht falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.

Was heißt das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
dass wir unsern Nächsten nicht aus Falschheit belügen,
verraten, verleumden oder hinter seinem Rücken reden,
sondern sollen ihn entschuldigen,
Gutes von ihm reden
und alles zum Besten kehren.
 

 Martin Luther  (1483-1546)

 Sage nicht alles, was du weißt,
aber wisse immer, was du sagst.

Mathias Claudius (1740 - 1815)

Wenn wir aufhören würden,
über nutzlose Dinge zu reden,
und über die wichtigen Dinge
mit möglichst wenigen Worten sprechen würden,
könnten wir uns und den anderen viel Zeit ersparen.

Mahatma Gandhi (1869–1948)

 

Wer nach allen Seiten  offen ist, kann nicht ganz dicht sein.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

 

Schweigen

 Über allem - Schweigen.

Mahatma Gandhi (1869–1948)

Wenn ihr umkehrtet
und stille bliebet,
so würde euch geholfen;
durch stille sein und hoffen
würdet ihr stark sein.

Jesaja, 30, 15

 

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.

Psalm 62,2 

 

Geld 

 

Niemand kann zwei Herren dienen.
Entweder er wird einen hassen und den anderen lieben,
oder wird einem anhangen und den anderen verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.*

Matthäus 6,24, * = Geld, Reichtum

 

Aus dem Grundgesetz

Artikel 14

(2) Eigentum verpflichtet.
Sein Gebrauch soll zugleich dem
Wohle der Allgemeinheit dienen.

 

"Pecunia non olet"

(Geld stinkt nicht)

Kaiser Vespasian (69 –79 n.Chr.) zu seinem Sohn Titus
anlässlich einer von ihm neu eingeführten Latrinensteuer

 

Besser eine Handvoll mit Ruhe
als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Prediger 4,6

 

"Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Weissagung der Cree

Quelle umstritten, siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Weissagung_der_Cree
 

 

Macht

 

 

 

Recht

Hundert Jahre Unrecht ist noch keine Stunde Recht.

unbekannt

 

...weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.

Mathäus 24, 12 

 

Freiheit

Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.
(20. Mai 2009)

Johannes 8,36

 

Freiheit liegt nicht im Nehmen- oer Habenwollen, sondern im Verzicht.

Beate Leibe (*1954)

 

Freiheit ist immer Freiheit der anders Denkenden, sich zu äußern.

Rosa Luxemburg (1871-1919) 

Zu sagen: Hier herrscht Freiheit ist immer ein Irrtum oder auch eine
Lüge, denn Freiheit herrscht nicht. 

Erich Fried (1921-1988), Gedichte


 

Leid

Aus dem Grundgesetz

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen
ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

 

Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst,
was weißt Du von den Schmerzen,
die in mir sind und was weiß ich von den Deinen.
Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde
und weinen und erzählen,
was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle,
wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich.
Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig,
so nachdenklich, (...) stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.

Franz Kafka (1883-1924)

 

"Wir sollten voreinander uns verneigen.
Das, was ein jeder trägt, ist schwer genug.
Nur wenn wir unserm Nächsten Achtung zeigen,
dann sind wir wachsam, liebevoll und klug. 

Ob Himmel oder Hölle, was kommt, wir wissen’s nicht.
Einander anzunehmen, wär’ einzig unsre Pflicht:
Dann sängen wir vielleicht ganz neue Lieder,
die Bitterkeit, sie schwiege, und der Spott.
Die Freude und das Leben kämen wieder,
und – möglich wär’s - im Himmel freut sich Gott." 

aus: "Unbarmherzige Lieder", Beate Leibe, 2001

Glauben

Wenn du nicht mehr an den Gott glauben kannst, an den du früher geglaubt hast, so rührt das daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du musst dich bemühen, besser zu begreifen, was du Gott nennst. Wenn einer an seinen hölzernen Gott zu glauben aufgehört, heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass der wahre Gott nicht aus Holz ist.

Leo Tolstoi (1828-1910) 

 

Schuld

...Ein Mensch, der kein Kind mehr ist,
der den Mut hat zu reifen,
indem er die Wahrheit sehen will,
muss die erlittene Grausamkeit ablehnen können,
eindeutig und eben nicht ambivalent,
um später niemals unbewusst dem Bösen die Hand zu bieten
und ihm so zum Erfolg zu verhelfen.

 

aus: Alice Miller, * 1923 "Abbruch der Schweigemauer

Vergebung

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Bitte aus dem "Vater Unser"
 

 

Christen und Heiden

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn ihn verschlungen von Sünde,
Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in seinem Leiden.

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod
und vergibt ihnen beiden. 

Dietrich Bonhoeffer
aus: "Widerstand und Ergebung"

 

Hoffnung

Hoffnung ... lässt nicht zuschanden werden.

Römer 5,5

 

Komme, was mag, Gott ist mächtig! Wenn unsere Tage verdunkelt sind, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Auswegslosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln.

Martin Luther King

Die Hoffnung hat zwei Töchter: Zorn und Mut.

Augustinus

Trost

Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet, ...

 

Jesaja, 66, 13a

 

Vergänglichkeit

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch. 

Johann Wolfgang von Goethe (1710-1782)
 

  

Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre,
und was daran köstlich scheint,
ist doch nur vergebliche Mühe;
denn es fähret schnell dahin,
als flögen wir davon.

Psalm 90, 10

 

Ewigkeit

...Gott wird abwischen
alle Tränen von ihren Augen;
und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.

Offenbarung 21,4

 

 

wird fortgeschrieben 

 
 

    

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